Mitbestimmung und Gesundheit

Wenn auch die einzelnen Bundesländer im Bereich der Mitbestimmung in Schulen und Kultusministerien im gewissen Maße abweichende gesetzliche Grundlagen geschaffen haben, so ist der Grundgedanke einer wirksamen Mitbestimmung der Personalräte 'zum Wohle der Angehörigen des öffentlichen Dienstes und zur Erfüllung der dienstlichen Aufgaben'   (§ 2 Abs.1 HmbPersVG,neu) vermittels einer partnerschaftlichen und vertrauenesvollen Zusammenarbeit überall gleich. Die Folien zu unserem Seminar zum Personalvertretungsrecht in HH können hier heruntergeladen werden.

 

 

Doch was hat die Erfüllung dieses Auftrages mit der Gesunderhaltung der Beschäftigten an Schulen und Bildungseinrichtungen zu tun?

1. Partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit von Personalräten und Vertretern der Dienststelle (Schulleitungen, Personalreferenten o.ä.) kann maßgeblich zum Stressabbau und zur Stressvermeidung beitragen. Hier ist zunächst die umfangreiche Information über alle vorhandenen und geplanten Regelungen sowie personellen Entscheidungen zu nennen. Eine gute und rechtzeitige Kommunikation zwischen Beschäftigtenvertretungen und dem jeweiligen Dienstherrn

- verhindert negative Gefühle auf Seiten der Beschäftigten wie Ängste und Sorgen über mögliche Veränderungen,

- bietet die Möglichkeiten, Missstimmungen und Kritik frühzeitig zu benennen und Änderungen zu initiieren,

- schafft Transparenz bei der Vergabe sächlicher und personeller Mittel und zugleich eine effektive innerbetriebliche soziale Kontrolle.

 

 

 

 

 

2. Arbeitszeitzumessung

Die Personalräte sind über die verschiedenen PersVGs zwar in allen Fällen bundesweit bei der Bemessung der Arbeitszeit und der Verteilung der unterrichtlichen und sonstigen Arbeit der Lehrkräfte nicht in der Mitbestimmung, aber über ihr umfassendes Informationsrecht können sie doch darauf hinwirken, dass strukturelle und dauerhafte Überlastungen und unnötige Belastungsspitzen vermieden werden. Auch die Anordnung von Mehrarbeit bzw. Überstunden ist in der Regel mitbestimmungspflichtig und damit ist den Personalräten ein wirksames Mittel in die Hand gegeben, die KollegInnen vor überzogenen Ansprüchen insbesondere von Eltern zu schützen, denen die Schulleitungen nur allzu leicht zu folgen bereit sind.

 

3. Sicherheit und Ausstattung

Eine angemessene Sicherheitskultur sollte eigentlich heute selbstverständlich sein, um jegliche Unfälle in der Schule zu vermeiden, allerdings sieht die Wirklichkeit oft anders aus, da aus Budgetgründen manche Notwendigkeiten oder Reparaturen schlicht unterbleiben und auf die lange Bank geschoben werden. Damit sind nicht nur Unfälle von KollegInnen gemeint, sondern zuvorderst auch solche von SchülerInnen, wo dann häufig den unterrichtenden KollegInnen Vorwürfe gemacht werden, auf bestimmte sicherheitsrelevante Aspekte nicht geachtet zu haben, was u.U. eine erhebliche Belastung zur Folge haben kann.

Auch die Ausstattung kann durchaus im Focus des Personalrates sein, insbesondere die Frage von Lärmschutzmaßnahmen kann sehr erheblich die Gesundheit von Lehrkräften berühren.

 

4. Konstruktive Streitkultur

Den PersVGs der Länder liegt der Grundgedanke eines geregelten Streitverhaltens über Schlichtung und Einigung in Sachfragen zugrunde, was von der Intention her auch entlastend sein kann, da Streitfälle damit nicht langfristig nachwirken sollten, sondern einer definitiven Lösung zugeführt werden, wenn sich die Vertretungen beider Seiten am Schluss der Konfliktspirale in einer so genannten Einigungsstelle unter Vorsitz einer externen Person (meist eines Richters) entweder ‚einigen’ oder sich dem Spruch dieser Einigungsstelle beugen müssen.

Leider ist diese ‚Einigung’ in vielen Fällen nicht nachhaltig, da häufig der Dissenz bei einem anderen Sachverhalt wieder auflebt, in der Regel aber das Arbeitsklima zwischen Personalräten und Schulleitung erheblich vergiftet wird und mitunter auch starke Auswirkungen auf das Betriebsklima hat.

Grundproblem dieser ‚Konfliktlösungen’ ist, dass derartige nur auf der Sachebene getroffen werden und als Entscheidungsgrundlage dabei die unterschiedlichen (rechtlichen) Positionen herangezogen werden – eine Einbeziehung der Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten und damit der Beziehungsebene unterbleibt in aller Regel.

Es ließe sich aber auch ein mediativer Lösungsweg bei Streitigkeiten denken, insbesondere wenn eine persönliche Dimension (wie andersorts bei Scheidungsstreitigkeiten) die Sachfragen überlagert. Dazu kann man Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! als Mediatoren hinzuziehen, wir sind entsprechend der Richtlinien des BM® ausgebildet und zertifiziert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Egon Tegge

Schulbauberater, MediatorBM®, Fortbildner, Coach, Schulleiter a.D.   Schreiben Sie bitte eine Mail -
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Schulbauberatung/Phase Null
  • Geschwister-Scholl-Gymnasium, Stuttgart, Sanierung und Neubau 2018/19 (Phase 0, zus. m. Architekt J. Tegge)
  • Grundschule Döhrnstraße, Hamburg, Erweiterung auf Fünfzügigkeit, 2018 (Phase 0, zus. m. Architekt J. Tegge)
  • Albert.Schweitzer-Gymnasium Hamburg, Erweiterungsbau, 2018 (Phase 0 zus. m. tun-Architektur, HH)
  • Schulzentrum Mühlacker: Mörike Realschule / Schillerschule (Gemeinschaftsschule und Grundschule), 2018, Sanierung/Neuorganisation/Anbau (Phase 0, zus.m. Lohr Architekten Karlsruhe)
  • Gallus-Viertel Frankfurt 2018: IGS Paul-Hindemith-Schule; Neue Gymnasiale Oberstufe, Schulbauberatung, Schulentwicklungstage
  • HLA - Die Flensburger Wirtschaftsschule RBZ 2018, Sanierung/Neuorganisation (Phase 0 zus. m. tun-Architektur, HH)
  • Mittelschule Pfronten (Allgäu), 2017/18, Sanierung (Phase 0 zus. m. Architekturbüro a.u.r.a., Ulm)
  • Gemeinschaftsschule Moorege (Schlesw.-Holst.), Schulbauberatungstag 2018
  • Europa-Gymnasium Kerpen (NRW), Schulbauberatungstag 2018
Aktuelle Vorträge und Seminare
  • Schulbaumesse Frankfurt 27.11.18
  • IGS Carl-von Weinberg-Schule, Frankfurt, 7.11.18
  • DKJS Berlin: Raumgestaltung und individuelles Lernen in der Ganztagsschule, Workshop 11.10.18
  • Landesinstitut Hamburg Seminare
  • - Arbeitszeitmodell, 23.10.18
    - Konfliktfälle mit dem PR 15.11.18
    - Schulleitungstagung 28.3.18
    - Arbeitszeitmodell 13.2.2018
  • Bildung und Stadtentwicklung, Podiumsdiskussion, Pforzheim 29.11.17
  • BerufsBildungsZentrum-Dithmarschen 25.9.17
  • Dt. Architekturmuseum Frankfurt, Übergabe Abschlussbericht IGSSüd 30.5.17
  • Buchholzer Dialoge, 'Vom Unterricht zum Lernen' 27.2.17
  • GEW BERLIN „Werkstatt Schulbau“ 18.2.17
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Coach für Schulleitungen in HH

über die Claussen-Simon-Stiftung

Seminare, Vorträge durchgeführt u.a. für:

  • Landesinstitut Hamburg

  • Landesakademie Baden-Württemberg Comburg

  • Landesschulamt Böblingen, (BaWü)

  • Kultusministerium Hessen, Schulbaureferat
  • Deutsche Akademie f. päd. Führungskräfte, (NRW)

  • Stadt Kiel, Dezernat Stadtentwicklung und Umwelt
  • Deutsche gesetzliche Unfallversicherung, Dresden 2014, 2015, Leipzig 2016

  • Schulbaumesse Hamburg 2016, Köln 2017

  • Ganztagsschul-Bundeskongress Hamburg, Essen, Berlin

  • Ganztagsschul-Bundeskongress Neuss

  • Ganztagsbildungskongresse München 2015, 2016

  • Friedrich-Paulsen-Schule, Niebüll (S-H)

  • Schule Schrozberg (BaWü)

  • Edith-Stein-Gymnasium, Bretten (BaWü)

  • Wilh.-Röntgen-Realschule, München (Bay)

  • Gymnasium Philippinum, Weilburg (Hes)

Besuch und Führung für Schulen u.a.:

  • Schulen Kanton Basel, 2017, 2018
  • Gesamtschule Wedel (S-H)

  • Schulen der Stadt Wolfsburg (Ni)

  • Gymnasium Lüneburger Heide (Ni)

  • Stadtteilschule Fischbek, (HH)

  • Alexander-v.Humboldt-Gymn. (HH)

  • Ev. Gymnasium Lippstadt (NRW)

  • Stadtteilschule Eppendorf (HH)

  • Gymnasium Allee, (HH)

  • Stadtteilschule Stellingen, (HH)

  • Albrecht-Thaer-Gymnasium, (HH)

  • Gymnasium Hochrad (HH)

  • Stadtteilschule Bergedorf (HH)

  • u.v.a.

Beratungsangebote & Konfliktmanagement

Zu folgenden Themen bieten wir Fortbildungsveranstaltungen, Seminare, Vorträge für Schulen und Kongresse sowie Verfahren zum Konfliktmanagement an:

  • Schulbauberatung (auch im Auftrag der Montag Stiftungen)
  • Personalvertretungsrecht (vornehml. HH), Konfliktmoderation/-mediation zum Thema
  • Lehrergesundheit und Lehrerarbeitsplätze
  • Einrichtung und Umwandlung von Ganztagsschulen (13 Jahre SL eines gebundenen Ganztags-Gymnasiums)
  • Coaching und individuelle Beratung
  • Mediation BM® (Wirtschaftsmediator; Familienmediation nur in Süddeutschland zus. mit Frau Wieske)
  • Anfragen unter tegge@web.de

Veröffentlichungen zum Thema Lehrerarbeitsplätze

Tegge, Egon: Die Einrichtung individueller Lehrerarbeitsplätze - eine kleine Umstrukturierung mit großen Folgen. In: Maschke, Sabine u.a.. Jahrbuch Ganztagsschule 2015, Schwalbach 2015, S. 118-123.

Feste Lehrerarbeitsplätze in der Schule (PÄDAGOGIK 1/ 2013, Beltz)

Neumann, Eva: Inseln des Rückzugs in: pluspunkt (Magazin für Sicherheit und Gesundheit in der Schule), 1/ 2013

Otto, Jean­nette: Nach­sitzen! : Ar­beits­be­din­gungen in der Schule. In: Die Zeit (2010-04-15), Nr. 16.

Kusch­ne­reit, An­dreas: Leh­rer­ar­beitsplätze in der Schule. In: Ham­burg macht Schule 22 (2010), Nr. 3, S. 44–45. (PDF, ca. 4 MB, Quelle: www.ham­burg.de/ham­burg-macht-schule)

Schaarschmidt, Uwe/Fischer, Andreas: Die Lehrerarbeitsplätze am Goethe-Gymnasium in Hamburg - Eine Bilanz. Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus einer Befragung der Kolleginnen und Kollegen. Wien 2009

TV-Mitschnitte und weitere Veröffentlichungen
ZEIT-Podiumsdiskussion HH 22.3.16
   Mitschnitt auf Youtube
tv-talk zwischen E. Tegge und Prof. Tenorth im spiegel-tv: sos-schule-talk
ZEIT-Artikel vom 26.01.2012: Hungernde Seelen. Psychotherapeuten ans Gymnasium? Schulleiter Egon Tegge über den Versuch, seinen Schülern ohne Umwege zu helfen.
Download als Arbeitsblätter in: ZEIT für die Schule, Lehrernewsletter: November: Voll gestresst? Psychische Probleme bei Schülern

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