Amsterdam IJburg College Lisse Holland Fioretti College Schleswig Danische Schule
 
Hamburg Stuberhofer Weg Amsterdam IJburg College Amsterdam2 Hamburg Gymnasium Lohbrugge
v.l.: Bild 1,5: S.-Nicolaaslyceum Amsterdam; Bild 2: Fioretti-College, Lisse (Holl.); Bild 3: A. P. Møller-Skolen, Schleswig;
Bild 4: Stübenhofer Weg, Hamburg; Bild 6: Gymnasium Lohbrügge, Hamburg; Fotos: ©E.Tegge


Die gemeinsame Mitte - Gesicht einer Schule oder Sparkonzept?

Früher baute man zusätzlich zu den Unterrichtsräumen häufig auch eine Aula für schulische Abschlussfeiern, musikalische Darbietungen oder andere repräsentative Veranstaltungen. In den 60er und 70er Jahren wurden in Abkehr von der Ideologie der 'abhärtenden' Schulhöfe auch Pausenhallen für den Aufenthalt in den Pausen für die die nasskalten Jahreszeit realisiert. Mit dem Einzug der ganztägigen Beschulung kam dann die Notwendigkeit einer Mensa hinzu, so dass spätestens zu diesem Zeitpunkt über die Rentabilität der vielen Großflächen einer Schule nachgedacht wurde, die häufig über weite Zeiträume des Tages oder gar einer Schulwoche leer standen, weil ihre Funktion nur recht eingeschränkt genutzt wurde, aber beim Bau und Unterhalt mit sehr hohen Kosten zu Buche schlugen.
Die Zauberworte zur Lösung dieses Kostenproblems sind dabei die 'multifunktionelle Nutzung' einer 'Gemeinsamen Mitte'.
Zur 'Gemeinsamen Mitte' werden folgende Bereiche räumlich und organisatorisch zusammengefasst:
1. Das Foyer bzw. der Empfangsbereich verbunden mit einer Aufenthaltszone während der Pausen,
2. Die Aula oder das Forum verbunden mit dem Aufführungsbereich der Schule,
3. Die Mensa/Cafeteria oder auch das Schulrestaurant,
4. Die Bibliothek, vielfach auch 'Selbstlernzentrum' genannt.
Die damit verbundenen Kompromisse sollen aber nicht unterschlagen werden, sondern runden diese Seite ab

1. Eingangsbereich
In den 'Schulen im Park' aus den 60er/70er Jahren mit ihren verstreut liegenden Gebäuden gab es mit Sicherheit viel frische Luft, aber die Suche nach der 'Adresse' der Schule, z.B. der Verwaltung oder dem Aufführungsort gestaltete sich für alle Besucher häufig als schwierig. Heutige Baukonzepte sehen repräsentatitve Eingangsbereiche mit einem klaren Orientierungssystem vor, häufig ist damit auch die innerschulische Erschließung in die oberen Stockwerke verbunden. Bevorzugtes Stilelement - gerade auch zum Aufenthalt der Schüler - sind dabei vielfach gestaltete Treppen und Sitzstufen.

2. Aula und Aufführungsbereich
Hier sind bzgl. fester Räume die größten Abstriche gemacht worden, da die Nutzung der Aulen vielerorts sehr begrenzt war, so dass man heute aus der Verbindung des Eingangs- und Aufenthaltsbereichs mit zeitweilig zuschaltbaren Bühnen- und Backstageflächen eine funktionale Einheit zu schaffen versucht, um im Bedarfsfall auch mehrere hundert Zuschauer an einem schulischen Ereignis teilhaben lassen zu können. Dabei erweisen sich Treppen und Sitzstufen als sehr geeignet. Dieser Bereich sollte auch so im Gebäude angeordnet bzw. auch schließbar sein, dass der Veranstaltungsbereich getrennt von der übrigen Schule geöffnet werden kann, um auch Öffnungen zum Stadtteil umsetzen zu können. Die Zugänglichkeit zu Toiletten und Haustechnik sowie ggf. auch einer Cateringeinheit ist dabei selbstverständlich.

3. Mensa/Cafeteria
Räumlich verbunden aber durch eine geschickte Zonierung dennoch abgetrennt wird heute vielfach die stets zunehmende Versorgungsfunktion der Schüler im Ganztagsbetrieb in der 'Gemeinsamen Mitte' realisiert. Allerdings sind bzgl. Bodenbelegen und Reinigung, Geruchsbelästigung und der Frage der Atmosphäre gewisse Abstriche in Kauf zu nehmen.

4. Bibliothek/Selbstlernzentrum
Anders sieht es hingegen bei der Bibliothek aus. Wenn überhaupt früher vorhanden, hat sich diese von einer reinen Ausleihstation zu einem zentralen Lernort mit Einbindung elekronischer Medien gewandelt und ist im Rahmen der Individualisierung des Lernens außerordentlich wichtig.

Probleme:
Multifunktionalität bedeutet immer das Eingehen von Kompromissen, die meisens zu Lasten einer Nutzungsform entschieden werden (müssen). Als Beispiele seien hier genannt:

- 'Guckkastenbühne': Die akustisch schlechteste aller Aufführungsorte ist eine aus Abschließ-/Abtrennbarkeitsgründen (insbesondere bei der Kombination von Sporthallen mit Bühnenelementen) geschaffene 'Guckkastenbühne' am Rande eines zentralen Raumes. Wenn dazu noch die obligaten schwarzen Vorhänge an der Rückwand oder gar Bühnengassen aus Stoff angebracht sind, gibt es ein massives Problem. Nur eine Rockband mit amtlicher Verstärkeranlage wird hier keine Präsentationsprobleme bekommen, allerdings Sprechtheater, 'natürliche Instrumente' oder schwer zu verstärkende Gesangsensembles wie große Chöre bedeuten für das Publikum nicht unbedingt den erhofften Genuss - man müsste dann schon ziemlich hohe Finanzmitel in die Tontechnik investieren (u. U. sogar Fachpersonal heranziehen), um zumindest eine gewisse Kompensation zu erreichen.
- Verdunkelung: Von Theater und Aufführungen in den wärmeren Monaten (= länger hell) kann man sich getrost verabschieden, wenn es den Erbauern nicht gelingt, eine durchgängige effektive Verdunkelung zu implementieren - hier ist zu unterstellen, dass selbiges häufig auf dem Sparaltar geopfert werden wird.
- Gemütlichkeit und Größe des Essenbereichs: Leider führt hier der Kompromiss nicht unbedingt zu dem, was man pädagogisch erreichen möchte: Die Schaffung einer jugendgerechten Gemütlichkeit der Mensa. Multifunktionalität erfordert leicht zu schaffende, zusammenhängende Flächen und schnell umzubauende Möblierungen (auf Kosten der Dienstzeiten der Hausmeisterei!), so dass alles, was Jugendliche lieben wie Nischen und Ecken, wo man das Gefühl hat 'für sich zu sein', dem diametral widersprechen.
- Lärm: Um die entsprechend Akzeptanz bei den Nutzern zu erreichen, sind in der 'Gemeinsamen Mitte' auch beträchtliche Investitionen in den passiven Schallschutz notwendig (auch hier ein nicht lösbares Problem der Nutzung als Aufführungsort (mit hohen Nachhallzeiten) und eines Aufenthalt- und ggf. sogar Arbeitsortes (mit gewünscht sehr niedrigen Werten). Die Erbauer des Sint-Nicolaaslyceums in Amsterdam haben nicht ohne Grund in den Flur- und Treppenbereichen der Schule 44 000 (lärmmindernde) Baffles verklebt, bei der entsprechenden Rechnung dürfte manchem deutschen Kämmerer allerdings schwindelig werden. (Bilder zu 'Baffles' als Lärmschutzmaßnahmen in Holland und HH unten


amsterdam 240       Baffles Amsterdam1 240 
Oben: Zylinderartige Baffles als Lärmschutz in Amsterdam, Sint-Nicolaaslyceum
Unten links: Baffles als Streifen (ca.20cm), die Lüftung, Beleuchtung Traversen verdecken, Gymnasium Hoheluft, HH
Unten rechts: Senkrecht gehängte Baffles (ca. 80cm), sehr hoher Effekt, Grundschule Othmarscher Kirchenweg, HH

Baffles Hoheluft  Baffles Grundschule HH240
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Veröffentlichungen zum Thema Lehrerarbeitsplätze

Tegge, Egon: Die Einrichtung individueller Lehrerarbeitsplätze - eine kleine Umstrukturierung mit großen Folgen. In: Maschke, Sabine u.a.. Jahrbuch Ganztagsschule 2015, Schwalbach 2015, S. 118-123.

Feste Lehrerarbeitsplätze in der Schule (PÄDAGOGIK 1/ 2013, Beltz)

Neumann, Eva: Inseln des Rückzugs in: pluspunkt (Magazin für Sicherheit und Gesundheit in der Schule), 1/ 2013

Otto, Jean­nette: Nach­sitzen! : Ar­beits­be­din­gungen in der Schule. In: Die Zeit (2010-04-15), Nr. 16.

Kusch­ne­reit, An­dreas: Leh­rer­ar­beitsplätze in der Schule. In: Ham­burg macht Schule 22 (2010), Nr. 3, S. 44–45. (PDF, ca. 4 MB, Quelle: www.ham­burg.de/ham­burg-macht-schule)

Schaarschmidt, Uwe/Fischer, Andreas: Die Lehrerarbeitsplätze am Goethe-Gymnasium in Hamburg - Eine Bilanz. Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus einer Befragung der Kolleginnen und Kollegen. Wien 2009

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Download als Arbeitsblätter in: ZEIT für die Schule, Lehrernewsletter: November: Voll gestresst? Psychische Probleme bei Schülern

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