Was ist der Unterschied zwischen Stress und Burnout?
Wieso reagieren einige Menschen auf chronischem Stress im Sinne der Managerkrankheit und andere mit Burnout?

An dieser Stelle referiere ich Auszüge aus einem Artikel von Dr. Bieger, den ich auch an anderen Stellen zitiere. Am Seitenende finden Sie einen Link zum Originalartikel, den ich hier für den nichtmedizinischen Leser versuche, verständlicher auszudrücken.
Schauen wir uns zunächst die Tabelle von Dr. Bieger an. Ich habe die Tabelle ebenfalls etwas abgewandelt.

Stresstabelle


In der Tabelle finden Sie links verschiedene Stress-Hormone und Neurotransmitter. Zunächst interessiert uns das Cortisol, das bei chronischem Stress sehr stark ansteigt. Mit Hilfe des Cortisols stellt der Körper dem Menschen Energie zur Verfügung, um eine Stressanpassung energetisch hinzubekommen. Eine prima Anpassungsfähigkeit. Die Nebenwirkungen des dauerhaft sehr hohen Cortisolspiegels sind hingegen u.a hohe Cholesterinwerte, vermehrte Infekte, Schlafstörungen und Denk- und Merkstörungen (um nur ein paar Folgen zu skizzieren).

In der Tabelle finden Sie bei chronischem Stress eine starke Erhöhung des Noradrenalins, das zu einer Anpassung der Herz-Kreislaufsystems führt. Ein Bluthochdruck kann zusammen mit erhöhten Cholersterinwerten einen Infarkt (Ohr-, Gehirn- oder Herzinfarkt) begünstigen.

Dann schauen wir uns gemeinsam die Spalte der Burnout-Werte an. Sie sehen, dass das Cortisol in den Keller gerutscht ist. Die Stressanpassung funktioniert nicht mehr. Dr. Bieger beschreibt dies wie folgt: "Das Burn-Out-Syndrom stellt eine tiefgreifende Störung der Produktion von Stresshormonen (Cortisol, Adrenalin) und Neurotransmittern (Serotonin, Noradrenalin) als Folge langanhaltender Belastung dar, die individuell zur Überforderung und zum Zusammenbruch der Kompensationsmechanismen führt. Voraussetzung für diesen fatalen Verlauf der Stressreaktion sind offensichtlich genetisch disponierende Individualfaktoren, die u.a. die Syntheseleistung, die Metabolisierungsrate und die Rezeptoreigenschaften der neuroendokrinen Signalsysteme betreffen. Zwei Schwerpunkte prägen die Pathophysiologie des Burn-Out Syndroms: Der Zusammenbruch der physiologischen Balance des Stresshormon- und Neurotransmitter- Haushaltes und die gesteigerte inflammatorische Aktivität. In mehreren Untersuchungen wurde die basale und stimulierte Cortisosekretion im Speichel bei Burnout-Patienten gemessen (Grossi, 2005; Osterberg, 2009)."

Anders ausgedrückt: Es findet ein Zusammenbruch der körpereigenen Feedbackschleife statt, die für die passgenaue Produktion von Stresshormonen und Neurotransmittern zuständig ist. Die Stressanpassungsfähigkeit des Menschen bricht zusammen. Er ist völlig überfordert von kleinsten Aufgaben. Jeder Termin am Tag wird zu einer Überforderung. Der Mensch ist nur noch erschöpft.


Diagnose von Burnout mittels Hormonanalyse
Dr. Bieger schreibt "Diagnostisch weisen sehr niedrige morgendliche Cortisolwerte im Speichel und ggf. eine gestörte Tagesrhythmik auf das Burn-Out-Syndrom hin. Die Feststellung eines gleichzeitig niedrigen ACTH belegt, dass es sich um eine zentrale, der Hypophyse vorgelagerte Blockade der HVL-NNR-Achse handelt und nicht um eine organische Insuffizienz der Nebennierenrinde. Das Tagesaktivitätsmuster der Burn-Out Betroffenen korreliert mit dem Tagesverlauf des Cortisols. Nach niedrigen Morgenwerten kann es im Lauf des Tages zu Aktivitätssteigerung mit parallelem Anstieg des Cortisols kommen.
Der NA/A-Quotient ist infolge erhöhtem Noradrenalin hoch - bei fortgeschrittener sympathoadrenaler „Erschöpfung“ jedoch zunehmend auf sehr niedrigem Konzentrationsniveau. Dopamin ist meist unverändert. Serotonin ist in der Regel ebenfalls mehr oder weniger stark erniedrigt, wofür Synthesehemmung, erhöhte IDO-Aktivität und gesteigerter Substratverbrauch verantwortlich sind."

Die Stress-Hormone und Neurotransmitter im Überblick

CORTISOL
Cortisol ist das wichtigste Stress-Hormon unseres Körpers.
Seine Hauptwirkungen betreffen den Stoffwechsel, die Immunabwehr und die psychische Befindlichkeit.  Und es fördert die Glukosebereitstellung.
Chronischer Cortisol-Überschuss (Managerkrankheit) führt zu Komplikationen:
    •    Neurotoxische Wirkung (Gehirnzellen werden abgebaut, Produktion von Gehirnzellen ist eingeschränkt)
    •    Übergewicht
    •    Diabetes
    •    Osteoporose
    •    Hautveränderungen
    •    Immundefekte
    •    Depression
Chronischer Cortisol-Mangel (Burnout) bedeutet:
    •    Mattigkeit
    •    Antriebsschwäche
    •    Entzündungen
    •    Vermehrte Infektanfälligkeit

NORADRENALIN

Noradrenalin ist sowohl ein Neurotransmitter als auch ein Stresshormon.
Als Neurotransmitter wirkt es als eines der wichtigsten Botenstoffe des Zentralnervensystems und das Sympathikus – als Teil des vegetativen Nervensystems (VNS). Herzkreislauf, Atmung, Stoffwechsel und die Magen-Darmfunktion werden durch das VNS gesteuert.
Als Stresshormon steuert Noradrenalin die Anpassung des Herzkreislaufsystems an die Stresssituation. Noradrenalin wirkt an den Gefäßwänden. So sorgt es u.a. für eine verstärkte Durchblutung der Skelett-Muskulatur und der Coronargefäße des Herzes (Anstieg des Blutdrucks).
Ein chronischer Noradrenalin-Überschuss liegt bei der sog. Managerkrankheit vor. Der N-Wert ist hier etwa 3 mal so hoch wie der Normwert. Dies führt zu folgenden Gefahren:
    •    Bluthochdruck-bedingte Erkrankungen wie Herzinfarkt, Tinnitus, Hörsturz, Schlaganfall.
    •    sog. „Stress-Magen“ und die stressbedingte Zunahme der Darmtätigkeit
Bei Burnout sind die Noradrenalinwerte im oberen Normbereich. Menschen mit Burnout haben somit das „Glück“, weniger gefährdet für Herzkreislauferkrankungen zu sein.

DOPAMIN
Dopamin heißt im Volksmund „Glückshormon“. Dies kennt jeder vom Verliebtsein, von sportlichen Highlights, von Erfolgen, von spannenden Erlebnissen.
Dopamin ist eines der wichtigsten Neurotransmitter des Zentralnervensystems.
Dopamin wirkt ist wie folgt:
    •    es ist essentiell für die Koordination und Motorik
    •    Konzentration
    •    Antrieb
    •    Motivation
    •    Appetitregulation
    •    Kognitive Leistungsbereitschaft
Bei chronischem Stress ist der Dopaminwert etwa doppelt so hoch wie der Normwert. Die Folgen sind:
Unruhe
Die hypomanische Stimmungslage (die man als Glücks- oder Erfolgsdroge kennt) ist zunächst der Motor für das „Immer-Mehr“, „Immer-Weiter“ – bis bei chronischem Dopaminexzess die Kräfte schwinden und zu einem sog. Fatigue-Syndrom kommen kann, was sich in chronischer Erschöpfung und Müdigkeit äußern kann. Dies kommt durch die Mitwirkung des Serotonins zustande, das sowohl bei Burnout wie auch bei chronischem Stress resp. der „Managerkrankheit“ nur noch ¼ des Normwertes beträgt.
Anhaltender Dopamin-Mangel – wie beim Burnout - führt zu:
    •    Bewegungsstörungen
    •    Chron. Erschöpfung und Tagesmüdigkeit
    •    Antriebsstörungen
    •    Motivationsverlust
    •    Kognitiven Einbußen (Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen)
Und zusammen mit einem Serotonin-Mangel führt anhaltender Dopamin-Mangel zu
    •    Einer depressiven Stimmungslage
    •    Schlafmangel
    •    Gewichtszunahme
    •    Reduktion der Sexualbedürfnisse

Originalartikel "NeuroStress Guide" von Dr. Bieger



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Tegge, Egon: Die Einrichtung individueller Lehrerarbeitsplätze - eine kleine Umstrukturierung mit großen Folgen. In: Maschke, Sabine u.a.. Jahrbuch Ganztagsschule 2015, Schwalbach 2015, S. 118-123.

Feste Lehrerarbeitsplätze in der Schule (PÄDAGOGIK 1/ 2013, Beltz)

Neumann, Eva: Inseln des Rückzugs in: pluspunkt (Magazin für Sicherheit und Gesundheit in der Schule), 1/ 2013

Otto, Jean­nette: Nach­sitzen! : Ar­beits­be­din­gungen in der Schule. In: Die Zeit (2010-04-15), Nr. 16.

Kusch­ne­reit, An­dreas: Leh­rer­ar­beitsplätze in der Schule. In: Ham­burg macht Schule 22 (2010), Nr. 3, S. 44–45. (PDF, ca. 4 MB, Quelle: www.ham­burg.de/ham­burg-macht-schule)

Schaarschmidt, Uwe/Fischer, Andreas: Die Lehrerarbeitsplätze am Goethe-Gymnasium in Hamburg - Eine Bilanz. Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus einer Befragung der Kolleginnen und Kollegen. Wien 2009

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