Selbst verwaltete Schule - Mittel- und Personaleinsatz


Bis zum PISA-Schock zu Beginn des Jahrtausends wurden die Schulen in Deutschland hochgradig durch die Bildungsministerien gegängelt – Anschaffungen und Personalbeschaffung bzw. -zuweisung waren Sache der Bürokratie, die Schulen konnten Bedarfe anmelden und wurden regelmäßig enttäuscht. Die laufend durch die Schulleitungen zu kommunizierende Botschaft ‚nicht genehmigt/nicht bekommen etc.’ führte vielerorts zu Frustrationen in den Schulen und bei den Lehrkräften, da das passende Material, die angemessene Ausstattung, die passgenauen Mitarbeiter ausblieben.
Dieser Sachverhalt wurde bei der Ursachenforschung zum PISA-Debakel schnell als eine Ursache erkannt, so dass in Folge – nach Bundesländern verschiedenen – Formen der selbst verwalteten Schule etabliert wurden.
Nur – welche 'Selbstverwaltung' bzw. Autonomie  ist genau gemeint?

-    Ein erster Schritt stellt hier eine gewisse Finanzautonomie bei der Anschaffung von Sachmitteln dar. Ob und welche Schulbücher, Geräte für Schülerversuche, Beamer oder Schulmöbel etc. gekauft werden, wird den Schulen überlassen. Die Steuerung erfolgt in der Regel über Pro-(Schüler)Kopfsätze, die den Schulen pro Jahr zur Verfügung gestellt werden und mit denen auskömmlich gewirtschaftet werden muss. Teilweise werden die Schulen dabei auch vom unsäglichen ‚November-Fieber’ befreit, d.h., sie können nicht ausgegebene Beträge auf die Folgejahre übertragen. Gegängelt werden die Schulen aber vielfach noch darüber, dass für viele Gegenstände (z.B. Schulmöbel oder Computer) zentrale Ausschreibungen vorgenommen werden, an die die Schulen gebunden sind.
-    Ein weiterer Schritt wird vielfach in der Übertragung einer partiellen Autonomie im Bauunterhaltungsbereich vorgenommen. Hier wird ebenfalls ein gedeckeltes Budget zur Verfügung gestellt, mit denen dann ‚normale’ Instandhaltungen wie Wartungen, Malerarbeiten aber auch verbrauchsreduzierende Installationen (Wasserdurchlaufbegrenzer, Thermostatventile, Stromabschaltsysteme etc.) eingebaut werden können. Es gibt auch Bundesländer, die den daraus erwirtschafteten Gewinn den Schulen partiell für andere Projekte gutschreiben.
-    In einem dritten Schritt werden den Schulen auch Freiräume bei der Rekrutierung und Einstellung von zusätzlichem Personal gewährt. Auch hier erfolgt in der Regel eine Budgetierung, um mit dem so zugewiesenen Geld Honorarkräfte mit Zeitverträgen für Hausaufgabenhilfe, Nachmittagsbetreuung, Neigungskursleiter etc. einstellen zu können. Der Support der Bildungsbürokratie beschränkt sich dann auf die Bereitstellung von Vertragsvorlagen, der Abforderung von Arbeitsnachweisen und der Auszahlung der Entlohnung. Auch Budgets für Vertretungslehrkräfte gehen in diese Richtung, werden doch auch hier in der Regel nur befristete Arbeitsverhältnisse begründet.
-    Einige Bundesländer sind mittlerweile sogar dazu übergegangen, auch die Rekrutierung neuen Lehrkräftepersonals den Schulen zu übertragen. Hier erhalten die Schulen dann nach den Bedarfsberechnungen der Bildungsbürokratie freie Stellen zugewiesen, die dann schulbezogen ausgeschrieben werden können. Das gesamte Auswahlverfahren obliegt dabei mit allen Risiken dann den Schulleitungen, lediglich die Vertragsausfertigung ist dann noch Sache des Kultusministeriums.
-    Schließlich werden die Schulen auch in der Form, wie sie den Unterricht organisieren, welche Inhalte unterrichtet werden und wie gesetzte Ziele erreicht werden, ‚von der Leine gelassen’. Die zentralen Vorgaben erschöpfen sich in relativ allgemein gehaltenen, kompetenzorientierten Rahmenplänen, die den Schulen abverlangen, eigene Curricula und eine eigene Unterrichtsorganisation auf die Beine zu stellen.

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Egon Tegge

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Schulbauberatung
  • Grundschule Döhrnstraße, Hamburg, Erweiterung auf Fünfzügigkeit, Phase Null 2018
  • Albert.Schweitzer-Gymnasium Hamburg, Erweiterungsbau, 2018 (Phase 0 zus. m. tun-Architektur, HH)
  • Schulzentrum Mühlacker: Mörike Realschule / Schillerschule (Gemeinschaftsschule und Grundschule), 2018, Sanierung/Neuorganisation/Anbau (Phase 0, zus.m. Lohr Architekten Karlsruhe)
  • Gallus-Viertel Frankfurt 2018: IGS Paul-Hindemith-Schule; Neue Gymnasiale Oberstufe, Schulbauberatung, Schulentwicklungstage
  • HLA - Die Flensburger Wirtschaftsschule RBZ 2018, Sanierung/Neuorganisation (Phase 0 zus. m. tun-Architektur, HH)
  • Mittelschule Pfronten (Allgäu), 2017/18, Sanierung (Phase 0 zus. m. Architekturbüro a.u.r.a., Ulm)
  • Gemeinschaftsschule Moorege (Schlesw.-Holst.), Schulbauberatungstag 2018
  • Europa-Gymnasium Kerpen (NRW), Schulbauberatungstag 2018
Aktuelle Vorträge und Seminare
  • Landesinstitut Hamburg Seminare:
    - Konfliktfälle mit dem PR 17.5.18
    - Schulleitungstagung 28.3.18
    - Arbeitszeitmodell 13.2.2018
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  • Dezernat Stadtentwicklung und Umwelt, Kiel, Vorstellung Phase Null, 7.11.17
  • Landesinstitut Hamburg Seminare:
    - Konfliktfälle mit dem PR 23.11.17
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    - Arbeitszeitmodell 26.9.2017
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  • Dt. Architekturmuseum Frankfurt, Übergabe Abschlussbericht IGSSüd 30.5.17
  • Landesinstitut Hamburg Seminare:
     - Konfliktfälle mit dem PR 26.4.17
     - Personalvertretungsrecht 28.3.17
     - Arbeitszeitmodell 16.2.17
  • Buchholzer Dialoge, 'Vom Unterricht zum Lernen' 27.2.17
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  • Wilh.-Röntgen-Realschule, München (Bay)

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  • Gymnasium Lüneburger Heide (Ni)

  • Stadtteilschule Fischbek, (HH)

  • Alexander-v.Humboldt-Gymn. (HH)

  • Ev. Gymnasium Lippstadt (NRW)

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  • Gymnasium Allee, (HH)

  • Stadtteilschule Stellingen, (HH)

  • Albrecht-Thaer-Gymnasium, (HH)

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  • Stadtteilschule Bergedorf (HH)

  • u.v.a.

Beratungsangebote & Konfliktmanagement

Zu folgenden Themen bieten wir Fortbildungsveranstaltungen, Seminare, Vorträge für Schulen und Kongresse sowie Verfahren zum Konfliktmanagement an:

  • Schulbauberatung (auch im Auftrag der Montag Stiftungen)
  • Personalvertretungsrecht (vornehml. HH), Konfliktmoderation/-mediation zum Thema
  • Lehrergesundheit und Lehrerarbeitsplätze
  • Einrichtung und Umwandlung von Ganztagsschulen (13 Jahre SL eines gebundenen Ganztags-Gymnasiums)
  • Coaching und individuelle Beratung
  • Mediation BM® (Wirtschaftsmediator; Familienmediation nur in Süddeutschland zus. mit Frau Wieske)
  • Anfragen unter tegge@web.de

Veröffentlichungen zum Thema Lehrerarbeitsplätze

Tegge, Egon: Die Einrichtung individueller Lehrerarbeitsplätze - eine kleine Umstrukturierung mit großen Folgen. In: Maschke, Sabine u.a.. Jahrbuch Ganztagsschule 2015, Schwalbach 2015, S. 118-123.

Feste Lehrerarbeitsplätze in der Schule (PÄDAGOGIK 1/ 2013, Beltz)

Neumann, Eva: Inseln des Rückzugs in: pluspunkt (Magazin für Sicherheit und Gesundheit in der Schule), 1/ 2013

Otto, Jean­nette: Nach­sitzen! : Ar­beits­be­din­gungen in der Schule. In: Die Zeit (2010-04-15), Nr. 16.

Kusch­ne­reit, An­dreas: Leh­rer­ar­beitsplätze in der Schule. In: Ham­burg macht Schule 22 (2010), Nr. 3, S. 44–45. (PDF, ca. 4 MB, Quelle: www.ham­burg.de/ham­burg-macht-schule)

Schaarschmidt, Uwe/Fischer, Andreas: Die Lehrerarbeitsplätze am Goethe-Gymnasium in Hamburg - Eine Bilanz. Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus einer Befragung der Kolleginnen und Kollegen. Wien 2009

TV-Mitschnitte und weitere Veröffentlichungen
ZEIT-Podiumsdiskussion HH 22.3.16
   Mitschnitt auf Youtube
tv-talk zwischen E. Tegge und Prof. Tenorth im spiegel-tv: sos-schule-talk
ZEIT-Artikel vom 26.01.2012: Hungernde Seelen. Psychotherapeuten ans Gymnasium? Schulleiter Egon Tegge über den Versuch, seinen Schülern ohne Umwege zu helfen.
Download als Arbeitsblätter in: ZEIT für die Schule, Lehrernewsletter: November: Voll gestresst? Psychische Probleme bei Schülern

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