Rationalisierungsmaßnahmen in Schule


Feststellung
Seit Beginn der 90er Jahre wurde die Arbeitszeit der Lehrer
- direkt über die Erhöhung der Pflichtstunden oder der Klassengrößen oder
- indirekt über gesteigerte Innovations- und Qualitätsanforderungen, v ermehrte Prüfungen oder Schulinspektion im Schnitt um 25% oder mehr ausgeweitet.


These:
Wer die Arbeit innerhalb von 20 Jahren um ca. 25 % ausweitet und nicht nach Rationalisierungsmöglichkeiten fragt, der verheizt sein Kapital - die Lehrkräfte und verschlechtert somit die Qualität der Arbeit – demnach vor allem den Unterricht. Oder er handelt sich ganz andere 'Kollateralschäden' bei der Gesundheit d er Lehrkräfte ein.

 

 

Lage:
Stellen Sie sich eine Firma vor, in der 60 akademisch gebildete Menschen arbeiten und 800 Kunden täglich vor Ort betreut werden müssen. Für jeden Mitarbeiter gibt es ½ m² (Schreib)tischfläche in einem großen Raum und ein kleines Fach für die wichtigsten Materialien, dazu noch eine (eigene!) Aktentasche. Es gibt keine betrieblichen Notebooks oder dergleichen für jeden, sondern 3 Computer für alle Mitarbeiter zusammen. Es gibt ein Telefon in diesem großen und somit auch lauten Raum.
Zudem haben die Angestellten keinen laufenden Zugriff auf die Daten, die mit ihren Kunden zu tun haben, alles wird auf Zetteln oder in irgendwelchen Heften bzw. Büchern dokumentiert. Diese Datensammlungen sind mitunter verlegt bzw. werden nur unvollständig geführt. Außerdem gibt es keine einheitliche Verwaltungssoftware, u. U. noch nicht einmal eine Software für die Planerstellung des Mitarbeitereinsatzes. Elektronische Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Dienststellen auf Mitarbeiterebene, die mit den gleichen „Fällen“ zu tun haben – ebenso Fehlanzeige wie eine standardisierte betriebsspezifische Email-Adressenzuweisung für jeden Mitarbeiter. Und standardisierte Datenbanken für die Ablage von betrieblichen Verfahren und Konzepten sowie Qualitätstest etc. mit dem Zugriff aller zur Vermeidung von Doppelarbeit - derartiges versuchen allenfalls ein paar EDV-Freaks in selbst gezimmerten Interneträumen anzulegen.
Diese Missstände kennzeichnen in der beschriebenen oder anderen Form die Unternehmen ‚Schule’.

Was wäre zu tun?

Angesichts dieser Missstände wird man ja bescheiden und würde sich darüber freuen, wenn der Dienstherr folgende Innovationen auf den Weg bringen würde:


hardwareseitig:
- LAN- oder WLAN-Verknüpfung aller Arbeits- und Unterrichtsräume mit einem Schulserver, Anschlussmöglichkeiten zumindest für selbst beschaffte Notebooks oder PCs.


softwareseitig:
- einheitliche standardisierte Schülerdatenverwaltung mit Ergebnis- und Leistungsdatenmonitoring mit spezifizierten und gestaffelten Lese- und Schreibrechten
- damit verknüpft elektronische Zeugniserstellung bzw. Dokumentation
- elektronische Klassenbücher mit Absentismuserfassung und Melderoutinen von/ans Sekretariat
- landesweit einheitliche Schulverwaltungssoftware inkl. Stundenplanerstellung, Haushaltsverwaltung, innerschulischer Personalverwaltung
- Erstellung von standardisierten Datenbanken für die Ablage von Unterrichtseinheiten, Qualitätsmessungen, Tests usw.
- automatische und einheitliche betriebsspezifische Mailadressenerzeugung bei der Einstellung, reziprok angepasstes Verfahren (Nachsendefrist) bei Ausscheiden.

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